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21.01.2020

Auf den ASP-Fall vorbereitet

Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim informiert über aktuelle Situation und gibt Verhaltenshinweise an die Jägerschaft und Schweinehalter

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat, vermutlich durch menschliches Fehlverhalten, einen großen Sprung in Richtung Westen gemacht. Die Restriktionszonen in Polen reichen inzwischen bis an die östliche Grenze Deutschlands heran. Ein Übergreifen der Seuche auch nach Mecklenburg-Vorpommern ist damit wahrscheinlicher geworden. In diesem Zusammenhang informiert der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim insbesondere die Jägerschaft über den aktuellen Stand und gibt Verhaltenshinweise.

Noch ist Deutschland von der Seuche nicht selbst betroffen und hat noch keine Restriktionen nach der Schweinepestverordnung erlassen. Besonderes Augenmerk gilt daher der Überwachung der Schwarzwildbestände. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung bereits im November 2016 eine Schweinepest-Monitoring-Verordnung erlassen. Jagdausübungsberechtigte sind danach verpflichtet, nach näherer Anweisung des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung als zuständiger Behörde von verendet aufgefundenen oder von krank erlegten Wildschweinen Proben zu entnehmen. Diese sind dem Fachdienst oder direkt dem Landeslabor zusammen mit einer Kopie des vollständig ausgefüllten Wildursprungsscheines zu übergeben. Dafür erhalten Jäger eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro für jede eingesandte Probe.

Bei einzelnen Stücken bis maximal 25 Kilogramm Lebendgewicht kann der ganze Tierkörper eingesandt werden. Größere Stücke müssen beprobt werden. Je nach Zustand des Tierkörpers eignen sich in erster Linie Schweißproben oder Wattetupfer, die mit bluthaltiger Substanz getränkt werden müssen. Ein Merkblatt zur Entnahme der Proben befindet sich auch zum Herunterladen auf der Website des Landkreises.

Um möglichst auch viele der Tierkörper bereits jetzt vorsorglich aus Wald und Flur entfernen zu lassen und ein potenzielles Risiko weiter zu vermindern, zahlt das Landwirtschaftsministerium für jedes zur Entsorgung abgelieferte Stück eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro. Bei den Forstämtern wurden inzwischen Kadavercontainer zur Sammlung dieser Stücke aufgestellt. Standorte der Forstämter sind auf einer Karte auf der Website des Landkreises veröffentlicht. Gegebenenfalls benötigte Verpackungsmaterialien in Form von Maisstärkesäcken werden in den Revierförstereien vorgehalten.

Hinsichtlich des gesund gestreckten Wildes bestehen zurzeit noch keine Auflagen. Der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung rät jedoch dringend, Aufbruch tief zu vergraben oder ganz aus dem Revier zu entfernen. Schwarten, Haupt, Läufe und andere Reste dürfen ohnehin nicht im Revier entsorgt werden.

Im Fall eines Ausbruchs der ASP bei Schwarzwild in Deutschland werden um den Fundort/ Seuchenherd mehrere Restriktionszonen gebildet. Wie groß diese sind, richtet sich nach den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Sachverständigengruppen unter Beteiligung von Jagdexperten treffen die Entscheidung über die konkrete Gestaltung der jeweiligen Gebietskulisse. Über die möglichen Maßnahmen in den Restriktionszonen wurde die Jagdausübungsberechtigten über Informationsschreiben und auf Versammlungen der Jägerschaft in Vorträgen informiert.

Im Fall des Verdachts des Ausbruchs oder der amtlichen Feststellung des Ausbruchs der ASP werden mittels Tierseuchenverfügung entweder direkt an den Jagdausübungsberechtigten oder durch tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung die konkreten Maßnahmen angeordnet.

Bereits 2017 wurde auf der Website des Landkreises Ludwigslust-Parchim unter www.kreis-lup.de/asp eine eigene Informationsseite zur ASP eingerichtet. Dort befinden sich unter anderem Merkblätter (Informationen für Jäger, Jagdtouristen u.a.) und die Karte der Standorte für Kadavercontainer.

Auch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterhält eine Seite zur ASP (https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Verbraucherschutz/Veterinaerwesen/Tiergesundheit-Tierseuchenbekaempfung/afrikanische-schweinepest-asp/ ).

Zum Schutz der Hausschweinebestände vor einem Eintrag des Virus in den Tierbestand ist die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen und der strikten Verhütung von direktem und indirektem Kontakt zu Schwarzwild oberstes Gebot. Jagdteilnehmern obliegt dabei eine zusätzliche Sorgfaltspflicht.

Die ASP ist eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit. Sie betrifft ausschließlich Haus- und Wildschweine. Für den Menschen sowie andere Haus- und Nutztiere ist die ASP ungefährlich. Auch der Verzehr von infiziertem Schweinefleisch birgt für den Menschen kein gesundheitliches Risiko.